Rhabarber - ein echter "hidden champion"

01.05.2018 - Tobias Sauer aus Bergtheim bei Würzburg baut für Wolfra grün- und rotfleischige Rhabarbersorten an. Interview mit dem Diplom Agrar-Ingenieur, der erst vor kurzem von einem Milchvieh-Betrieb auf Gemüseanbau umgestellt hat.

 

Was haben Sie unternommen, um zukünftig unabhängiger zu werden?

Wir sind schon einige Jahre dabei, unseren Betrieb umzustellen. Wir haben zunächst den Haselnuss-Anbau forciert und wir sind inzwischen von 4 Ha Anbaufläche Karotten auf über 20 Ha geklettert. Das gleiche gilt für Rote Beete, die wir von 1 Ha zu Beginn jetzt auf über 11 Ha Anbaufläche gesteigert haben.

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Was reizt Sie am Produkt Rhabarber besonders oder andersrum gefragt, wie sind Sie ausgerechnet auf Rhabarber gekommen?

Zunächst mal habe ich ja auch das Ohr am Markt und ich habe den Rhabarber als - wenn man so will - „Hidden Champion" entdeckt. Und dann, ganz ehrlich, reizt mich auch die Arbeit mit Rhabarber. Da geht nichts mit Maschinen: da muss man von Hand pflanzen und man muss von Hand ernten. Das ist es, was ich mit „ehrlicher Bauer" meine.

Viele ihrer Kollegen würden sicher sagen, das ist mir zu kompliziert und zu umständlich, wenn ich da nicht mit Maschinen arbeiten kann.

Das mag schon sein. Doch mir taugt das. Da kann man das Landwirt-sein noch spüren. Wenn wir zum Beispiel einen LKW ernten, da arbeiten 20 Personen einen ganzen Tag lang, aber nicht nur 8 Stunden. Für 25 Tonnen, da würden viele sagen, das ist nichts für mich.

Das ehrt Sie. Der Rhabarber soll ja eine widerstandsfähige Pflanze sein, die auf der anderen Seite nicht viel Pflege braucht.

Na ja, wenn Sie meinen?! Man kann die Pflanze nicht säen, man muss von Hand pflanzen. Im ersten Jahr gibt es noch keine Ernte, im 2. Jahr dürfen Sie dann 1 x ernten. Erst ab dem 3. Standjahr könnten wir 2 x ernten, aber das will ich nicht, ich will die Pflanzen nicht überfordern.

Welche Sorten bauen Sie denn an?

Das muss ich als Betriebsgeheimnis für mich behalten. Ich kann aber sagen, dass es grün- und rotfleischige Sorten sind.

Wir groß ist Ihre Anbaufläche, die Sie für Wolfra bearbeiten?

Wir haben mit 0,3 Ha angefangen, um die Arbeit mit Rhabarber richtiggehend lernen zu können. Inzwischen sind wir bei einer Fläche von 14 Ha angekommen.

Sehen Sie Rhabarber auch als Teil ihres Zukunftskonzeptes?

Ganz sicher, ja. Wir werden die Frucht weiter ausbauen. Klimatisch/geologisch passt die Frucht hervorragend zur Fränkischen Platte, auf der wir hier arbeiten. Es wird ja nicht jedes Jahr so ein trockenes Frühjahr wie dieses Jahr werden. Wir sind da sehr zuversichtlich. Und mit Wolfra haben wir einen idealen Partner für unsere Pläne gefunden.

Interview: Peter Urban, Juli 2017